Alltagsstudie

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Eine alltagspsychologische Studie zur frühen Corona-Phase

Die Alltagsstudie ist eine aktuelle tiefenpsychologische Untersuchung, die den bewussten und unbewussten Alltag der Menschen in Zeiten von COVID-19 beschreibt. Die Interviews werden per Videochat durchgeführt. Darin erkunden wir gemeinsam mit den Interviewten knappe 60 Minuten Gedanken, Einfälle, Wirkungen und Erleben zu Corona. Die vereinheitlichten Erkenntnisse aus den anonymisierten Interviews fassen wir in der Alltagsstudie zusammen.

Wir freuen uns über die Beachtung der Alltagsstudie im Online-Ticker der Frankfurter Allgemeine Zeitung am 18. Mai 2020 um 15.37h (durch Julia Anton):

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/liveticker-zum-coronavirus-16769909.html

Drei Kernergebnisse:

  1. Klein wirkt groß: Schwerpunkt März 2020.

Die lebendige, aber wenig beachtete Atmung rückt durch Corona in den Fokus. Dass Atmen etwas mit Leben und Tod zutun hat, wird auch beim Rauchen spürbar. Im Falle von Corona aber sind dem alle Menschen ausgesetzt. Zur Verunsicherung trägt bei, dass dieselben Fakten je nach Zusammenhang wichtig oder unwichtig erscheinen. Die Menschen erleben Corona, als ob sie mit 300 km/h gegen die Wand fahren

  1. (Kl)einrichten: Schwerpunkt April 2020.

Corona ist Anstrengung und Erleichterung gleichzeitig. Indem Menschen handeln, schaffen sie ihre Wirklichkeit und begegnen Corona. Dabei verlieren wir uns ohne die anderen Menschen. Corona wirft die Frage auf, wie Fremdes und Eigenes zusammenfinden. Die Tage verschwimmen und eine gemeinschaftliche Geschichte von Corona entsteht

  1. Wir sind Helden? Schwerpunkt Anfang Mai 2020.

Corona fördert einen Konflikt, der sich bei Einzelpersonen und Gruppen innerhalb der Gesellschaft zeigt: Einige können sich mit Corona einrichten, andere sind mit Leid und deutlichen Einbußen konfrontiert. Dieser Konflikt geht über medizinische (o.ä.) Fakten hinaus. Er wird in dieser Zeit psychologisch durch eine kollektive Erzählung gelöst, in der jeder Mensch und fast jede Bevölkerungsgruppe zum „Alltagshelden“ werden kann und Alltagshelden kommen in vielfältigen Ausgestaltungen zum Zuge, die Studie zeigt vereinfachte Beispiele. Es ist abzusehen, dass auch neue Helden entstehen werden, durch deren Einfluss sich die gesellschaftliche Diskussion weiter entwickelt

Die ausführlichen Ergebnisse sind abrufbar unter www.alltagsstudie.de

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